Es liegt alles beriet in dir. Dein Naturfeld darf sich entfalten.

Februar 2020


Was  ist  eigentlich  Lernen?


Lernen... Was ist denn Lernen? Ich bin mir zu 99% sicher, dass dir gerade deine Schulzeit oder die Schulzeit deiner Kinder in dem Sinn gekommen ist. Wenn wir das Wort auf den schulischen Bereich begrenzen, dann bedeutet Lernen das Erwerben von fachspezifischen Fähigkeiten. Dies fängt mit den Schwungübungen für Schulanfänger; geht dann in den Erwerb der Basisfertigkeiten Schreiben, Lesen und Rechnen für die Erstklässler über. Lernen geht noch viel weiter und beginnt viel früher!

Lernen ist nicht nur eine passive Aufnahme von Wissen, sondern auch eine Fähigkeit, dieses Wissen wiederzugeben und anzuwenden. Nur wenn der Lernstoff richtig integriert wurde, kann auch das reibungslose Abrufen dieses Wissens erfolgen. Wäre da nicht noch die Unsicherheit (vielleicht sogar die Angst), die ein Schüler vor seinem Test oder ein Bewerber vor seinem Vorstellungsgespräch verspürt. Black Out ist im Grunde genommen ein natürliches Schutzprozess deines Gehirns in einer herausfordernden Stresssituation. Denn in einer solchen herausfordernden Situation hat das Gehirn wichtigeres zu tun, als Wissen abzurufen...

Diese Integration von Erlerntem findet idealerweise ganzkörperlich statt: beide Augen, beide Ohren, beide Händen, beide Gehirnhälften und sogar beide Füßen werden aktiv daran beteiligt! Wenn diese Aussage dich überrascht, lade ich dich zu einer kurzen Zeitreise... Du entwickeltest dich zuerst in der Schwerelosigkeit des Mutterlaibs. Nach deiner Geburt lerntest du dich mit der Schwerkraft zurechtzufinden; von Monat zu Monat erwarbst du das Umdrehen, das Sitzen, das Krabbeln, das Stehen, das Gehen, das Laufen, das Hüpfen, das Klettern, das Radfahren, das Schwimmen usw. Diese Fertigkeiten erlerntest du mit beiden Armen, mit beiden Beinen, mit beiden Augen, mit beiden Ohren also mit deinem ganzen Körper (sowie durch das immer wieder Trainieren mit kindlicher Neugierde und beispieloser Ausdauer).

Mit der Zeit entwicklest du eine bestimmte Präferenz. Unsere Sprache verwendet dazu Ausdrücke wie: "starkes Auge", "Rechts-oder Linkshänder", "mit dem falschem Fuß aufstehen", "seine Ohren nicht glauben", um Beispiele zu nennen. Diese Präferenz, die wir natürlich von Kind an entwickelt, beeinflusst die Art und Weise, wie einzelne Informationen (z.B. Buchstaben beim Lesenlernen, Läute beim Schreibenlernen) von deinem Gehirn verarbeitet werden und somit das eigene Lernmodus. Das Bewusstwerden des eigenen Präferenzmusters - so heißt der Fachbegriff - macht deine Einzigartigkeit sichtbar. Weiters, da wir hier das Lernen gezielt behandeln, erfährst du mit diesem Präferenzmuster, wie du zukunftig optimal Neues erlernen kannst, wie du in neuen Situationen (vor allem stressigen) gelassen bleiben kannst.

Eines vorab: die meisten in der Schule praktizierenden Unterrichtsformen sind nur auf wenigen diesen möglichen Schüler-Lernstyls angepasst. Dies programmiert leider Lernblockade vor. Umso wichtiger, das eigene Lernprofil zu erfahren, um gezielt sowohl zuhause aus auch in der Schule die eigene Lernstärken einzusetzten! Im zweiten Schritt bringen offene Gespräche mit Lehrkräften eine Entschärfung der Situation im Unterricht. Es erfolgt eine konstruktive Umetikettierung von Schüler. Diese Entschärfung der Situation ist wertschätzende und zielführend für Schüler, Lehrer und Eltern!

In Zeiten des Distance Learning oder Schichtbetrieb erfahren die Schüler selber diese Diskrepanzen selber am eigenen Körper. Beobachte in den nächsten Zeiten dein Lind oder deine Schüler: lernt es anders zuhause als üblich? Dies kann sich zeigen in:

  • Durch das Zimmer hin- und hergehen (oder durch die Wohnung, den Garten),
  • Am Sessel hin- und herwippen,
  • Im Bett lesen,
  • Mit Video Call mit den Freunden den Stoff erledigen,
  • Buntere Heftführung,
  • Musik beim Lernen usw.

Vielleicht fühlt sich dein Kind eher so:

  • desorientiert, umorganisert,
  • weiß nicht wo es anfangen soll,
  • fragt stets um Hilfe oder Kontrolle,
  • Tagträume usw.

Alles Hinweise auf einen sogenannten Lerntyp, der stets gefördert gehört!




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